Die Geschichte der schwarzen Schatulle

 

 

Es war die Zeit zwischen den beiden großen Weltkriegen, als die junge Köchin Christine Leiler, geborene Ronacher beschloss, dass es an der Zeit war, etwas zu riskieren:
Als geschiedene Frau und damit alleinstehende Mutter war es schwer gewesen, Arbeit zu finden oder sich gar an einem Ort niederzulassen. Nicht selten hatten die Menschen ihr und ihrer Tochter gegenüber große Vorurteile gehegt.

Doch das alles sollte sich nun endlich ändern:

Mit einer unscheinbaren schwarzen Schachtel in der einen, ihrer 5jährigen Tochter in der anderen Hand und einer Liste möglicher Kaufobjekte, machte sie sich auf den Weg das neue Zuhause für sich und ihre Tochter zu finden.  

Die Auswahl ließ sich sehen:

  • Ein Pflügelhof im Maltatal (Oberkärnten)
    Der riesige Wald, der den Hof umgab machte dem 5jährigen Mädchen so viel Angst, dass die Mutter schnell beschloss, dieses Objekt nicht in die engere Auswahl zu nehmen.
  • Ein altes Kurhaus in Treibach Althofen (Unterkärnten)
    Anfangs gefiel es den beiden Frauen recht gut. Doch als sich herausstellte, dass eine Wanne altes Surfleisch mit zu übernehmen sei, ekelte sich Christine so sehr, dass  auch dieses Objekt ausschied.
  • Und das Seehäusl in Mallnitz  
    Eine sonnige Lage, schöne Berge, ein wunderbarer Ausblick und ein leise rauschender Bach vorm Haus.
    Das war´s – das Seehäusl.

Mit einem letzten Blick auf Tochter und Haus vergewisserte sich Christine, dass dies auch die richtige Entscheidung sei. Sie zog die schwarze Schatulle hervor und übergab den Inhalt dem nicht schlecht staunenden Verkäufer:
Da waren Brillanten, Ringe und andere wertvolle Schmuckstücke zu finden. Eben all das, was sich Christine in den Jahren als Köchin in Wien, Italien und Südtirol an Erspartes zurücklegen konnte.

Nur einen einfachen Goldring mit einem kleinen Brillanten besetzt, und eine alte Taschenuhr behielt sich die kluge Geschäftsfrau als Andenken an schwere Zeiten.  

Schnell hatten sich die Kochkünste der neuen Wirtin im Seehäusel herumgesprochen und zog Jahr für Jahr Einheimische und Gäste gleichermaßen an.  

Bis heute werden die Küchengeheimnisse von Christine Leiler an die nächste Generation im Hause weitergegeben.

Und bis heute sind die Wirtinnen des Seehäusls für ihre ausgezeichnete und manchmal auch ausgefallene Küche bestens bekannt. 

Zahlen und Daten 

  • 1901 Start des Bauvorhabens „Anbindung Triest an den industrialisierten Norden der Habsburgmonarchie“

  • 07/1901 Spartenstich für den Bau der Tauernbahn

  • 07/1909 Betriebseröffnung der Tauernstrecke Badgastein bis Spittal

  • 10/1909 Eröffnung der Gaststätte „Seehäusl“ in Stappitz von der Familie Jos

  • 1929 Christine Leiler (geb. Ronacher) kauft das Gasthaus Seehäusl und gibt ihm den Namen „Alpenrose“

  • 04/1957 Christine Fercher sen. (geb. Leiler) übernimmt die Alpenrose

  • 1959 Zubau des vorderen Tracktes mit Speisesaal

  • 1964/1965 Um- und Zubau der oberen Stockwerke

  • 1991 Christine Fercher jun. übernimmt die Alpenrose

  • 2003 Zubau Pavillion